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& AUFSÄTZE

Was im
See blieb

Fünf Jugendliche. Ein Sommerabend. Ein See, der mehr verschluckt, als er wieder hergibt.

Eigentlich sollte es nur der letzte gemeinsame Abend vor den Sommerferien sein – ein Lagerfeuer, Musik, Bier und das Gefühl, dass die Zukunft groß und weit vor ihnen liegt. Doch mit Einbruch der Dunkelheit verändert sich die Stimmung. Zwischen Flammenlicht und Wasseroberfläche wächst etwas Unausgesprochenes, ein unheimliches Knistern, das niemand benennen will.

 

Als die fünf Freunde schließlich in den nächtlichen See steigen, endet alles in Panik. Schreiend schwimmen sie ans andere Ufer – und bemerken zu spät, dass Sophie fehlt.

 

Die verzweifelte Suche bleibt erfolglos. Erst am Morgen bringt der See ihre Leiche zurück.

 

Was wirklich in jener Nacht geschah, bleibt zwischen den Freunden unausgesprochen. Sie schweigen über die Gestalt am Ufer. Über das Schlagen aufs Wasser. Über das Gefühl, beobachtet worden zu sein. Und dieses Schweigen wird sie für den Rest ihres Lebens verfolgen – bis der See Jahrzehnte später erneut nach jemandem greift.

„Was im See blieb“ ist eine dichte, vielschichtige Erzählung über Schuld, Angst, jugendliche Zerbrechlichkeit – und einen Ort, der nie vergisst.

Erschienen am 6. März 2026.

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Die
Heimkehr

Nach Jahren der Distanz kehrt ein Mann in das abgelegene Elternhaus seiner Kindheit zurück. Eigentlich wollte er nur ein paar Tage bleiben – doch schon in der ersten Nacht wird ihm klar, dass in diesem Haus etwas nicht stimmt. Schatten bewegen sich, obwohl niemand da sein dürfte. Geräusche hallen durch den Flur. Und seine Mutter erscheint ihm schlafwandelnd, unfassbar starr und fremd.

Während seine Nächte von Albträumen über einen namenlosen Friedhof heimgesucht werden, verliert auch der Tag jede Verlässlichkeit. Seine Eltern verhalten sich merkwürdig, ihre Antworten weichen aus, ihre Routinen wiederholen sich wie in einer Schleife. Je länger er bleibt, desto mehr verschwimmt die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit.

Als er schließlich die Flucht ergreift, führt ihn sein Weg zurück an jenen Ort, der ihn jede Nacht verfolgt hat – und zu einer Wahrheit, die niemals für die Lebenden bestimmt war.

Eine unheimliche, beklemmende Geschichte über Heimkehr, Erinnerung und das, was uns im Dunkeln erwartet.

Erschienen am 6. März 2026.

KRIEGS-
TÜCHTIG?

Was bedeutet es, „kriegstüchtig“ zu sein – als Demokrat, Skeptiker, Kulturmensch? Ein Wort kehrt zurück, das man in Deutschland jahrzehntelang gemieden hat wie den eigenen Schatten. Es stammt aus einer Zeit, in der Sprache zur Waffe wurde – und ist nun wieder auf den Lippen von Politikern, Generälen, Journalisten.

Der Essay geht dieser Rückkehr nach. Er folgt dem Echo des Begriffs durch Weimar, Nationalsozialismus und Kalten Krieg – und fragt, warum er jetzt wieder gebraucht wird. In vier erzählerischen Annäherungen untersucht er, was „kriegstüchtig“ heute heißen kann: als körperliche Erfahrung, als digitale Verwundbarkeit, als moralisches Dilemma und als kollektives Selbstbild.

 

Zwischen persönlicher Beobachtung und philosophischer Reflexion entfaltet sich ein Nachdenken über Freiheit, Angst und Verantwortung.
Was unterscheidet Wehrhaftigkeit von Kriegstüchtigkeit? Wie viel Härte verträgt eine Demokratie, bevor sie sich selbst verliert? Und was bedeutet Solidarität, wenn der Krieg der Anderen plötzlich unser eigener wird?

„Kriegstüchtig?“ ist kein Plädoyer für Aufrüstung, sondern eine Einladung, genauer hinzusehen – in die Geschichte unserer Sprache und in den Spiegel unserer Zeit. Ein Essay über das, was wir sagen, wenn wir von Sicherheit sprechen – und was wir vielleicht wirklich meinen.

Erschienen am 17. November 2025.

Armee-Soldaten
Berg Fuji

DIE GESCHLOSSENE WELT

Michael Krieger

Lesen

Ich habe diesen Essay geschrieben, weil ich spürte, dass etwas zu Ende geht – nicht laut, nicht dramatisch, sondern leise und langsam. Der Nihilismus, der so lange die kulturelle Grundmelodie unserer Zeit war, verliert seinen Klang. Es ist nicht mehr das Nichts, das uns bedroht, sondern die Müdigkeit, mit der wir ihm begegnen.

In Die geschlossene Welt gehe ich auf eine Reise durch Literatur, Politik und Kultur. Ich beobachte, wie die Leere, die einst produktiv war, heute nur noch wiederholt wird. Wie Serien, Bücher, Klubs, Diskurse sich um sich selbst drehen – ohne Öffnung, ohne Widerspruch. Ich zeige, warum der Nihilismus nicht mehr trägt: weil die Welt sich verändert hat.

Was daraus folgt? Vielleicht ein Raum des Schweigens. Vielleicht ein neuer Beginn. Inspiriert von Wittgenstein, Popper und Arendt frage ich mich, ob Denken wieder dort beginnen kann, wo Worte enden. Der Text ist kein Abschluss, sondern ein tastender Versuch, offen zu bleiben – auch im Ungewissen.

Wer sich für Sprachkritik, politische Kultur und geistige Freiheit interessiert, wird in diesem Essay keine Antworten finden – aber vielleicht die richtigen Fragen.

Erschienen am 16. Oktober 20205.

JENSEITS DER EINEN WAHRHEIT

In diesem Text versuche ich, mich einer Frage zu nähern, die mich seit Langem begleitet: Was, wenn es nicht die eine Wahrheit gibt? Was, wenn unser demokratischer Diskurs nicht an der Lüge scheitert, sondern an der Idee, dass es nur einen gültigen Standpunkt geben kann?

Jenseits der einen Wahrheit ist eine philosophische Skizze über Deutungsmacht, Perspektivenvielfalt und die fragile Balance zwischen Relativismus und Urteilskraft. Ich schreibe über das Ringen mit Ambiguitäten, über die Angst vor Unübersichtlichkeit – und darüber, warum wir dennoch nicht aufhören dürfen, einander zuzuhören.

Inspiriert von Denkern wie Richard Rorty, Donna Haraway und Hannah Arendt versuche ich, einen Raum zu öffnen: für ein Denken, das nicht in Beliebigkeit endet, aber auch nicht in Dogmatik erstarrt.

Dieser Text ist Einladung und Zumutung zugleich. Wer glaubt, dass Demokratie mehr ist als Mehrheitslogik – nämlich ein gemeinsames Aushalten von Verschiedenheit –, wird hier vielleicht ein paar Gedanken finden, die nicht beruhigen, aber weiterführen.

Erschienen am 26. September 2025.

Michael Krieger

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Eschersheimer Str. 19

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